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Farbenpracht - wohin das Auge schaut

Ab September treten die ersten Nachtfröste auf, und obwohl die Tage noch sonnig und warm sind, beginnt die Natur mit allmählichem Rückzug. Wie im Rausch flammen ihre Farben noch einmal auf, nehmen täglich andere Töne an und betören das menschliche Auge mit all ihrer Pracht.

 

Den Anfang der Verwandlung machen die Birken, deren Blätter sich langsam gelb färben bis sie aus purem Gold zu bestehen scheinen, wenn sie in der Sonne leuchten. An den Berghängen, die im Frühling und Sommer in unterschiedlichen Grüntönen schattiert sind, entstehen nun zwischen den Kiefern und Lärchen helle, gelbe Flächen, bis die Birken ihren Goldschmuck verloren haben und nur noch ihre kahlen, weißen Stämme zu sehen sind. Orange schimmern die Dolden der Ebereschen in ihrem noch grünen Blattwerk, während zu ihren Füßen rote Hagebutten reifen. Weiße Dolden trägt ein Strauch, dessen biegsame Äste und Blätter sich purpurrot gefärbt haben. Dunkelrot glänzen die vielen Preiselbeeren in ihrem immergrünem Laub, und die Blätter der Sumpfheidelbeeren bilden himbeerrote Flächen.

Überraschend schnell, innerhalb nur einer Woche, ändert sich die Farbe der Lärchen. Ihr Grün wird zu einem Grün-gelb, reift immer mehr zu leuchtendem Gelb heran und nimmt dann bräunliche Töne an. Kurz darauf schon weht der Wind die feinen, braunen Nadeln durch die Luft, auf dem Wasser sammeln sie sich und schwimmen, Abschied nehmend, als dünne Teppiche den Fluss hinab. Weitere essbare Beerenarten und Pilze reifen heran.

 Herbst in Sibirien